Skulpturen • Brunnen • Tierplastiken • Gefässe • Objekte • Einzelanfertigungen • Seminare

Patschelbrunnen

 

Gipsmodelle Patschelbrunnen


 
 
 
 
 
 
Patinierte Gipsmodelle zur Präsentation    
 
 


 
 
 
     
 
In der Bronzegießerei    
 
   
 
   
 
   
 
 
 
   
 
 
 
Vor und während der Einweihung    
 
 
   

 
 
   
 
   
 
   
 

 

Der Patschelbrunnen in Brüggen-Born

Von der Idee zur Ausführung
Bildhauer Uwe Meints


Wie es begann…...

Natürlich war es eine wunderbare Herausforderung für mich, als ich im Sommer 2007 von den Heimatfreunden Born gebeten wurde, eine Idee für einen Patschelbrunnen zu entwickeln, mit dem an H. Malzkorn erinnert werden sollte.
Gerade für den öffentlichen Raum etwas zu entwerfen ist immer eine besondere Aufgabe.

Zuerst beschäftigte ich mich mit der Person Malzkorn.

Ich habe ihn persönlich nicht gekannt. Deshalb konnte ich mich mit einer gewissen Unbefangenheit der Aufgabe nähern.
Ich konnte mir das zusammenlesen und denken, was ich nach meinem Gefühl brauchte, um ein Bild von Malzkorn zu entwickeln.

Nach und nach schälte sich die Person heraus.

Ich erkenne einen Menschen, der dem Leben und der Natur aufs Engste verbunden war. Ein aufrechter Mensch mit Ecken und Kanten, ein Streiter für Wahrheit und Gerechtigkeit und manchmal ein Querkopf, der keiner Auseinandersetzung aus dem Weg ging.

Eins war für mich sicher, die Patschelgeschichte ist das Symbol für Malzkorn schlechthin.


Die Idee der Darstellung.........

Ausgangspunkt ist das Buch über Patschel, das die Geschichte einer Otterfamilie erzählt.
-- Übrigens einer Otterdame, die als Alleinerziehende ihr Leben und das ihrer Kinder bestreiten muss ----

Das Buch basiert auf 3 Säulen:

" Die großartige Naturbeschreibung des Schwalmtals
" Die Otterfähe Patschel und ihre Familie
" Der große Gegenspieler - der Hecht

Vor einer mit Worten gemalten Naturbeschreibung, baut sich in der Geschichte nach und nach ein Drama auf, bis zum Moment des Spannungsgipfels, um dann versöhnlich in einem umfassenden Naturverständnis wieder auszuklingen.

Für mich persönlich die besten Seiten. Nämlich wie es Malzkorn gelingt, den Focus vom Einzelschicksal auf das große Ganze zu weiten.
Auf das Erkennen des umfassenden Zusammenhangs unseres Daseins.

Diese Geschichte wollte ich in einer Momentaufnahme bildlich darstellen und erzählen.
Das musste auf einer Strecke von wenigen Metern umgesetzt werden.
Die Bühne ist der neugestaltete Kirchplatz in Born mit dem Wasserlauf als Symbol für die Schwalm.
Mit einer direkten Blickachse vom alten Schulhaus über den Kirchplatz zum Borner See.

Auf dieser Linie spielt die Handlung.

Die Hauptdarsteller sind Otter und Hecht.


Der Otter steht natürlich für Malzkorn.
Und der Hecht ist das Andere. Was nicht Malzkorn ist.
Was ihm in dieser Welt nicht gefallen hat. Und davon gab es Einiges.

Dinge und Zustände die er in seiner Zeitschrift "Das Weltgewissen" öffentlich anprangerte.

Der Otter hat einen Fisch gefangen. Der Fisch ist das Objekt der Begierde. Für mich ist es das Symbol für Geld.
Ein Thema mit dem sich Malzkorn intensiv beschäftigt hat. Hinweis auf die "Alternative Geldwirtschaft".

Geld lässt unser Leben funktionieren. Keiner kann genug davon haben.

Das Wesen des Geldes ist abstrakt und anonym,
wie die Darstellung des Fisches.
Er hat keine Augen, keine Ausarbeitung, keine Details.
Es ist nicht fassbar. Aber alle brauchen es. Wollen es besitzen.------------

So auch der Hecht.
Und schon nehmen die Probleme ihren Lauf.

Die bildhauerische Arbeit.

Es geht für mich als Bildhauer nicht nur darum, das Abbild eines Otters zu formen. Ich versuche darüber hinaus zu gehen. Die Darstellung muss eine bildhauerische Interpretation der Figuren zeigen. Und sie muss eine inhaltliche Aussage machen.

Die Arbeit an den Figuren soll eine menschliches Maß aufzeigen. Die Ausführung soll das Leben Malzkorns im übertragenen Sinne spiegeln.

Die Darstellung durch den Bildhauer soll zeigen, das diese Figuren ein Mensch modelliert hat. Sie muss eine Handschrift tragen, einen Charakter zeigen.

Und nicht den "Mainstream" auf den wir alle Tag für Tag, von morgens bis abends, trainiert werden. Etwas, für das Malzkorn sicher nicht steht.

So habe ich zunächst eine natürliche Darstellung der Figuren gewählt. Auf den ersten Blick gegenständlich, nicht abstrahiert, nicht verfremdet.

Aber dann gibt es Brüche:

Die Oberflächen, die Proportionen, symbolisches, vermenschlichendes. Brüche und Wiedersprüche, die sich auch in Person Malzkorns wiederfinden.

Ich habe versucht mit einfachen Mitteln etwas einzufangen, das etwas von der Person Malzkorns in dieser Brunnenszene spiegelt und festhält.



Als weiteres Gestaltungsmittel gibt es eine Gedenktafel.

Eine Tafel im Wasser. Warum dort?

So wie sich Malzkorn als Teil der Natur verstand, soll auch sein Andenken symbolisch von Wasser umhüllt sein. So dass es vielleicht gelingt mit diesem ungewöhnlichen Ort ein ungewöhnliches Bewusstsein zu wecken.


Zum Schluss.....

Das sind im Wesentlichen die Gedanken, die mich bei der Planung und Ausführung der Arbeit begleitet haben.
Besonders zum Kapitel der bildhauerischen Arbeit gäbe es noch eine Menge zu sagen:

Wie Ausdruck, Haltung, Spannung, Größe usw.
Aber davon genug.

So bedanke ich mich für Ihr Vertrauen und hoffe auf Ihr Einfühlungsvermögen und Einverständnis zur Umsetzung dieser Aufgabe.




Uwe Meints Brüggen, Mai 2008

 

Zum Anfang der Seite